Viele Zukünfte möglich

Fast jeder, der Geschichte auf fachwissenschaftlicher Basis studiert, kennt die Frage „Und was macht man später mal damit?“. Während sie mir am Anfang wie ein nervtötender Bekannter vorkam, den man versucht zu meiden und doch wieder auf jeder Party trifft, bekam sie am Ende des Bachelorstudiums eine ganz neue Bedeutung; spätestens zu dem Zeitpunk an dem ich mich selbst fragen musste: „Was will ich denn später mal damit?“.

Naheliegend war ein rein geisteswissenschaftlicher Masterstudiengang z.B. in Neuerer Geschichte. Und anschließend? Ich war mir nicht sicher, ob ich später mal an der Uni bleiben, ein Volontariat absolvieren oder einfach versuchen möchte irgendwie einen Platz in einem Wirtschaftsunternehmen zu ergattern. Zumindest für die letzte Möglichkeit schien mir ein „normaler“ Geschichts-Master nicht zu reichen. Interessanter waren da schon die Möglichkeiten, die der Masterstudiengang „Kultur der technisch-wissenschaftlichen Welt“ (KTW) zu bieten hatte. Die Verbindung von naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Fächern bietet ein großes Themenspektrum und auch die Medienwissenschaften, die perfekt zum kulturwissenschaftlichen Fundament am Institut für Geschichtswissenschaft passen, ließen sich in das Studium integrieren. Zusätzlich kann ich mir den Weg des Fachwissenschaftlers weiter offen halten, denn eine Promotion mit „KTW-Abschluss“ ist kein Problem. Ein weiterer Pluspunkt war die Möglichkeit am Institut für Geschichtswissenschaft der TU Braunschweig zu bleiben, denn während meines Bachelorstudiums hatte ich die Erfahrung gemacht, dass sich Betreuung und Umgang mit den Dozenten durch keinen noch so großen Bekanntheitsgrad aufwiegen lassen.

Letztendlich hat sich diese Entscheidung als richtig erwiesen. Ich hatte im KTW die Möglichkeit viele Themengebiete und Fächer neu zu entdecken und auch Schwerpunkte zu setzen. Der Respekt vor den TND-Modulen (Technisch-Naturwissenschaftliches Denken) war zwar am Anfang riesengroß, aber vor allem Physik ließ sich sehr gut mit dem Schwerpunktfach Geschichte in Einklang bringen. Ich denke der KTW ist eine gute Möglichkeit, gerade für diejenigen, die sich auch eine Zukunft außerhalb der Universität vorstellen können.

P. Hoffrichter



KTW! – Kochen, Textil, Werken?

2009 habe ich mein Bachelor-Studium mit den Fächern Geschichte und Germanistik an der TU-Braunschweig beendet. „Geschafft! – Aber was nun?“, habe ich mich gefragt. Lehramt wollte ich nicht studieren, dafür aber weiterhin einen Schwerpunkt im Geschichtsstudium setzten und möglichst viele Kurse im Rahmen der mittelalterlichen Geschichte belegen. Ich wurde zwar auch an anderen Unis für verschiedene fachwissenschaftliche Master zugelassen, entschied mich letztendlich allerdings für Braunschweig, weil mir das Studieren hier am Historischen Seminar immer gefallen hatte. Das Miteinander – auch mit den Dozenten – ist wohl etwas Besonderes in Braunschweig. Hier gibt es nicht nur relativ kleine Seminare, die ein entspanntes Klima zulassen, daneben werden auch viele Gelegenheiten außerhalb des „normalen“ Unialltags genutzt, um zum Beispiel gemeinsam Exkursionen zu machen, zu grillen und neuerdings auch Fußball zu spielen.

Zurück zum Studium! Im KTW-Studium habe ich dann auch tatsächlich fast alle Seminare in meinem Schwerpunktfach Geschichte im Rahmen der mittelalterlichen Geschichte belegen können. Und auch an die Seminare im zunächst so gefürchteten TND-Bereich* habe ich durchweg positive Erinnerungen. So lernte ich, ein Radiofeature zu produzieren, in einer Veranstaltung haben wir ein Video gedreht sowie eine Internetseite gestaltet und ich habe Einblicke in die Fächer Psychologie und Architektur bekommen. Besonders überzeugend am Studiengang „Kultur der technisch-wissenschaftlichen Welt“ ist, so glaube ich, dass es zwar einen Plan gibt, welche Module belegt werden müssen. Das so viel beklagte Korsett ist jedoch nicht so eng geschnürt, wie in anderen modularisierten Studiengängen.

Ich beginne nun, meine Masterarbeit zu schreiben und weiß, dass KTW-Studieren vieles bedeuten kann. Eines kann ich jedoch sicher sagen: Weder Kochen, Textilarbeiten noch Werken waren in diesem Studium enthalten!

 

*Module: Technisch-naturwissenschaftliches Denken

F. Höhn