Projekte

Till Eulenspiegel inklusiv - Kinder führen Kinder und Erwachsene

Ein Kooperationsprojekt des IBRG, der Kroschke Kinderstiftung und des Eulenspiegel-Museums Schöppenstedt

Das IBRG wird im Sommersemester 2019 in Kooperation mit dem Eulenspiegel-Museum Schöppenstedt das Projekt Till Eulenspiegel inklusiv - Kinder führen Kinder und Erwachsene starten.

Das Ziel des Projekts "Eulenspiegel inklusiv" ist es, Kinder im Eulenspiegel-Museum Schöppenstedt zu Guides für Gleichaltrige und Erwachsene auszubilden. Bei den teilnehmenden Kindern handelt es sich um eine heterogene Gruppe im Grund- und Mittelschulalter.

Ein Schwerpunkt wird dabei auf Kinder gelegt, die ein erkranktes Geschwisterkind haben und deshalb im familiären Kontext ein verringertes Maß an Aufmerksamkeit erfahren. Darüber hinaus ist das Projekt dezidiert inklusiv ausgerichtet und bietet auch Kindern mit Behinderung die Möglichkeit der Teilnahme.

Dies war für die Kroschke Kinderstiftung Anlass, das Projekt mit einer großzügigen finanziellen Zuwendung von 2000 EUR wesentlich zu fördern.

Zur Vermittlung dieser Inhalte wird unter anderem auf kunstpädagogische Methoden gesetzt. Von den Kindern sollen die Abenteuer Till Eulenspiegels in ihren Inhalten und deren übertragener Bedeutung malerisch oder in Theatersketchen szenisch erfasst und die Sinnhaftigkeit der Eulenspiegelschen Redewendungen hinterfragt werden.

Durch die Beschäftigung mit einer mittelalterlichen Kunstfigur wird insgesamt eine Erweiterung des Geschichtsbewusstseins sowie eine Stärkung des Selbstbewusstseins der beteiligten Kinder angestrebt. Gerade die kreativ-schöpferische Auseinandersetzung mit diesem Charakter trägt zu einem nachhaltigen kritischen Verständnis von Welt und Umwelt bei und kann bestenfalls solidarisches, eingreifendes Handeln begünstigen.

Besonders durch die Ausbildung zu Museum-Guides lassen sich bei den Kindern Erfolgserlebnisse generieren, welche zum Aufbau von Selbstbewusstsein und zur Identitätsstärkung beitragen.

Die pädagogisch wissenschaftliche Vermittlung wird im Sommersemester 2019 vor Ort im Eulenspiegel-Museum durch Studierende des Instituts für Geschichtswissenschaft der TU Braunschweig (Abt. Geschichte und Geschichtsdidaktik) unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Steinbach unterstützt und angeleitet.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite des Instituts für Braunschweigische Regionalgeschichte IBRG:

Till Eulenspiegel inklusiv - Kinder führen Kinder und Erwachsene

 

 

Ausstellung im Bürgermuseum Wolfenbüttel:

Grenzgänger - Wolfenbütteler Lebenswege in Ost und West

„Grenzgänger“ sind Menschen, die Trennendes überwinden – das können Staats- oder Landesgrenzen sein, aber auch ganz persönliche Grenzen. In den Jahren zwischen 1948 und 1961 gehörten die „Grenzgänger“ im Raum Berlin zum Alltag der deutsch-deutschen Teilung. Tausende pendelten täglich zwischen Ost und West und überwanden damit regelmäßig die Trennungslinien, die Deutschland zu einem geteilten Land machten.

Nach dem Mauerfall und der Grenzöffnung im Jahr 1989 verschwand die vorher so unüberwindbare deutsch-deutsche Grenze – zumindest äußerlich. Denn auch 30 Jahre nach diesen Ereignissen, die die meisten Deutschen als größte historische Errungenschaft bewerten, wird die deutsche Einheit noch immer intensiv diskutiert. Ist zusammengewachsen, was zusammengehört, wie Willy Brandt es formulierte? Nach dem Mauerfall und der deutschen Einheit war Deutschland beseelt von dem Gedanken, eins zu werden. „Deutschland, einig Vaterland“, dieser Vers aus der Nationalhymne der DDR wurde zu einer der wichtigen Losungen der Wendezeit.

Sind wir ein Volk? Staatsrechtlich steht dieses außer Frage, aber politisch, gesellschaftlich und zwischenmenschlich bleiben weiter Fragen offen. Ist die Einheit vollzogen, solange noch immer Wahlergebnisse und Lohnverhältnisse in Ost und West separat betrachtet werden? Was lief nach der Wende falsch und was hätte besser funktionieren können? Oder ist die Wiedervereinigung – ausnahmslos – eine Erfolgsgeschichte?

Diese und andere Fragen beantworten in der Ausstellung „Grenzgänger – Wolfenbütteler Lebenswege in Ost und West“ 21 Menschen aus ihrer persönlichen Perspektive. Sie sind in ihrem Leben aus beruflichen, privaten oder anderen Gründen aus Wolfenbüttel in die neuen Bundesländer gegangen oder von dort nach Wolfenbüttel gekommen. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Beweggründe ihrer Ortswechsel, ihre Biografien und ihre beruflichen und privaten Erfahrungen in den letzten 30 Jahren. Alle Gesprächspartner zeigen sich auf einem Foto mit einem Gegenstand, der wichtig für ihr Leben ist und zur Erzählung beiträgt.

Die „Grenzgänger“ erzählen sehr persönlich und mit großer autobiografischer Tiefe ihre Geschichte – und damit deutsche Geschichte. Es sind Erzählungen von Freiheit und Enttäuschung, von Erwartung und Trennung, von neuen Anfängen und alten Lasten, von Erinnerung und Zukunft.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Bürgermuseums Wolfenbüttel:

Grenzgänger - Wolfenbütteler Lebenswelten in Ost und West